Selbstvertretung im Marienhof

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Die BewohnerInnen vom Marienhof kommunizieren eingeschränkt verbal oder nonverbal. Sie drücken Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche in körperlicher Form, beispielsweise über Gesten, Mimik oder Lautieren, aus. Dafür verwenden sie höchst geschickt und vertraut verschiedenste Hilfsmittel wie Gebärden, Piktogramme oder Sprachausgabegeräte wie Talker. Menschen mit Behinderung haben eine Stimme. Sie haben ein Recht auf Gehör. Im Marienhof hört man genau hin.

Mitbestimmung im Marienhof

Im Marienhof in Maria Saal, eine Soziale Einrichtung der Barmherzigen Schwestern von Zams, gibt es zwei SelbstvertreterInnen. Sie haben die Vertretung und Unterstützung aller 38 BewohnerInnen zur Aufgabe. Sie folgen dabei den Leitprinzipien "Wir sprechen für uns selbst. Wir helfen uns gegenseitig bei Problemen. Wir treffen eigene Entscheidungen. Wir sind für uns selbst verantwortlich." Frau Astrid Zarfl ist eine der beiden SelbstvertreterInnen. Sie ist bereits seit 1981 im Marienhof, ist dort zur Schule gegangen, hat in den Beschäftigungsgruppen gearbeitet und ist derzeit in der Tageswerkstätte tätig. Dort stellt sie gemeinsam mit anderen BewohnerInnen und mit der Unterstützung von MitarbeiterInnen des Marienhofs viele schöne und auch kulinarische Produkte her. Das Gemeinsame ist Frau Zarfl dabei sehr wichtig, denn sie ist eine aufgeschlossene, kommunikative und soziale Frau mittleren Alters, die gern aktiv ist. Sie hört gern Musik - dabei reicht ihr Geschmack von Chorgesängen bis hin zu Volksmusik - tanzt und liebt Feierlichkeiten. Sie nimmt stets an den verschiedensten Aktivitäten des Hauses teil und ist somit viel mit den BewohnerInnen in Kontakt und kennt ihre Bedürfnisse und Anliegen. Für diese setzt sie sich als Selbstvertreterin ein.

Vieles erreicht

Im Marienhof, dem Zuhause von 38 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderung, gibt es immer etwas zu tun; wie in jeder Gemeinschaft. Die BewohnerInnen werden von hochqualifizierten MitarbeiterInnen begleitet und unterstützt. Dazu gehören auch die Selbstbestimmung und Mitbestimmung. Frau Zarfl und ihr Kollege der Selbstvertretung werden dabei in Prozesse und Projekte im Haus mit einbezogen. So informieren sie sich durch diverse Exkursionen, z.B. zur Anwaltschaft für Menschen mit Behinderung, über ihre Rechte und nehmen an Rehabilitationsmessen teil, um ihre benötigten Hilfsmittel selbst zu testen. Auch im Haus sind sie aktiv, indem sie bauliche Hindernisse hinsichtlich einer barrierefreien Fortbewegung aufzeigen, an Besprechungen teilnehmen, Feste mitorganisieren und -gestalten und ebenso die Ansprachen übernehmen. Frau Zarfl ist bei allen Projekten der SelbstvertreterInnen aktiv eingebunden, denn es ist ihr wichtig, mitzureden. Die SelbstvertreterInnen haben bereits vieles im Marienhof bewegen können und die MitarbeiterInnen sind stolz auf ihren Einsatz und ihre Errungenschaften. "So geht jetzt vieles gut", freut sich Frau Zarfl.

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