Portrait

Nach drei Jahren Umbau erstrahlt der Marienhof seit 2012 in neuem Glanz. Dank einer kompletten Gebäudesanierung besteht nun ein Wohnangebot in Form von fünf Wohngruppen für insgesamt 39 junge Erwachsene und Kinder, eine Tageswerkstätte sowie eine Sonderschule für schwerstbehinderte Kinder. Dieser Umbau und die damit einhergehende Angebotserweiterung ist das bisher letzte Kapitel einer bewegten Geschichte des Hauses.

Daheimsein möglich machen

Wichtig ist uns, dass alle Bewohner durch gemeinsames und lebensbegleitendes Wohnen und sinnvolle Tätigkeiten ein "DAHEIM" in unserem Haus finden. Für uns ist ein Daheimsein dort, wo man angenommen und geliebt wird, wo man lachen, leiden und lieben kann, traurig und fröhlich sein darf, wo Schwächen Platz haben und Stärken herausgelockt werden, wo man verstanden und ernst genommen wird, wo der Einzelne fehlt, wenn er nicht da ist, wo man sich zugehörig weiß. Damit dies möglich wird, orientieren sich unsere Mitarbeiter an unserem Leitbild, in dem die Leitlinien für unser zwischenmenschliches Verhalten, auch in der Begleitung unserer Klienten, festgelegt sind. Ebenso bilden die allgemeinen Menschenrechte, wie sie auch im Spezifischen in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung festgeschrieben sind, eine wesentliche Grundlage allen Tuns.

Unsere Geschichte

In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand in Klagenfurt ein "Wohltätiger Frauenverein", der in Maria Saal ein kleines Haus besiedelte. Es sollte für arme, vielseitig bedrängte Mädchen Zufluchtsort und Bildungsstätte sein. Auf die dringliche Bitte der Vorsteherin des Frauenvereins, Baronin Irene von Reyer, kamen 1878 die ersten drei geistlichen Schwestern aus Zams und 1884 übernahm das Mutterhaus den Marienhof samt seiner Not und dem Auftrag, ihr entgegenzuwirken, in ihr Eigentum. Nachdem die Schwestern mit vollem Einsatz und Ideenreichtum für die Mädchen bessere Lebens- und Lernbedingungen schufen, wuchs auch die Kinderanzahl stetig an und das Haus wurde zu klein. Es wurde nach langen Überlegungen und großen finanziellen Belastungen ein Grundstück angekauft und es folgte ein Zubau am Fuße des Domes zu Maria Saal. Am 4.10.1887 wurde das Haus feierlich eröffnet.

Die Bildung der ärmeren Bevölkerung war den Schwestern ein großes Anliegen. Bereits 1887 wurde eine Schule eingerichtet. Während der NS-Zeit diente das geräumige Haus als Lazarett und Außenstelle des Krankenhauses Klagenfurt. Nach dem Krieg begannen die Schwestern von vorne mit einer Hauptschule ab 1980, einer Haushaltungsschule ab 1991 und einem angeschlossenen Wohnheim. Aufgrund der verbesserten Infrastruktur im Bildungswesen wurden diese Einrichtungen überflüssig. Damals gab es in Kärnten jedoch zu wenig Angebote für Kinder mit Behinderung. Daher entschloss sich der Orden in Absprache mit den Verantwortlichen des Landes, solche zu schaffen. Im Jahr 1981 wurden zwei Wohn-/Beschäftigungsgruppen für behinderte Kinder adaptiert, und 1998 für erwachsene Menschen mit Behinderung erweitert.

Heute bietet der Marienhof ein liebevolles Daheim für 39 Bewohner vom Kindes – bis zum Erwachsenenalter.