Portrait

Das Netzwerk St. Josef besteht seit 1898. Damit blickt das Haus auf eine lange Geschichte zurück und ist das älteste Haus aller Betriebsstätten der Sozialen Einrichtungen der Barmherzigen Schwestern von Zams.

So weit wie das Leben selbst spannt sich der Bogen der Klienten im Netzwerk St. Josef: Menschen jeglichen Erwachsenenalters finden hier Unterstützung. Verschiedenste Angebote in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Therapie und Lebensbegleitung stehen 145 internen und externen Klienten an verschiedensten Standorten von Telfs bis Schwaz offen.

Durch Vielfalt zur ganz persönlichen Lebensqualität

Allen Angeboten zugrunde liegt der Anspruch, mit Sorgfalt auf die individuellen Wünsche des einzelnen Menschen einzugehen, um gemeinsam mit dem Klienten die größtmögliche persönliche Lebensqualität für ihn zu erreichen. So haben sich die Dienstleistungen des Netzwerks St. Josef in der Vergangenheit oft gewandelt, an Vielfalt gewonnen und an die Bedürfnisse der Klienten angepasst.

Wir sind davon überzeugt: Nicht der Mensch und dessen Sehnsüchte müssen sich anpassen, vielmehr sind es die Rahmenbedingungen, um die individuelle Entfaltung des Menschen in jeder Lebensphase zu ermöglichen. 

Basis für diese individuelle und persönliche Begleitung ist unser Leitbild, in dem die Leitlinien für unser zwischenmenschliches Verhalten, auch in der Begleitung unserer Klienten, festgelegt sind. Ebenso bilden die allgemeinen Menschenrechte, wie sie auch im Spezifischen in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung festgeschrieben sind, eine wesentliche Grundlage allen Tuns.

Unsere Geschichte

Die Lehrer des Taubstummeninstituts in Mils, Josef Zampedri und Anton Plaseller, kauften 1898 gemeinsam mit dem Arzt Dr. Franz Innerhofer das neu erbaute Armenhaus in Mils. Von Anfang an stellten sie das Haus unter die Leitung der Barmherzigen Schwestern von Zams. Im Laufe der Jahre wuchs der Bedarf an Betreuungsplätzen, sodass das Gebäude mehrmals umgebaut und erweitert wurde. Zu einer menschlichen Tragödie kam es am 10. Dezember 1940, an dem 69 Menschen mit Behinderung in die nationalsozialistische Tötungsanstalt Hartheim bei Linz überstellt und getötet wurden. 2003 wurde das Haus Teil der "Sozialen Einrichtungen der Barmherzigen Schwestern von Zams Betriebs GmbH". Das Netzwerk St. Josef ist seit 2004 eine offiziell anerkannte Einrichtung für Rehabilitation und Behindertenhilfe des Landes Tirol.

Begleitung im Wandel der Zeit

Von Anfang an waren die Angebote Wohnen, Ausbildung und Beschäftigung zentrale Ziele der Begleitung. Die Menschen arbeiteten von Beginn an in allen Bereichen des Hauses mit, je nach ihren Fähigkeiten. 1943 begann Sr. Alfreda Weiß mit dem Aufbau der ersten Bastelstube, aus der sich die heutige Werkstätte entwickelte. Durch die Aufgabe der Landwirtschaft im Jahr 1997 reduzierten sich die Beschäftigungsmöglichkeiten. Um der neuen Situation und dem veränderten pädagogischen Verständnis der Arbeit mit Menschen mit Behinderung gerecht zu werden, wurden neue Tagesstrukturen entwickelt, etwa die basale Förderung und das Gartentherapeutische Arbeiten. Auch geschützte Arbeitsplätze konnten geschaffen werden. Eine Schule für Kinder ist in der Chronik 1910 erstmals erwähnt und bestand bis zum Ende des Schuljahres 2014/2015 als Schule mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Therapeutische Angebote gibt es seit ca. 30 Jahren, welche sich seit ihrem Bestehen im Haus ebenfalls laufend weiterentwickelten.