Vortrag über die Auswirkung der Schreckenszeit des Nationalsozialismus im damaligen St. Josefsinstitut

Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums des Netzwerks St. Josef fand am 26. Jänner ein informativer Programmpunkt am Standort in Mils statt. Mag. Dr. Oliver Seifert, Historiker am LKH Hall, sprach über die verheerende Gesundheitspolitik der NS-Zeit sowie den Umgang mit den daraus folgenden Verbrechen in der Nachkriegszeit. Zahlreiche Interessierte folgten der Einladung zum Vortrag.

Während der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft fielen reichsweit geschätzte 230.000 Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder mit psychischen, geistigen oder körperlichen Behinderungen einer vernichtenden Gesundheitspolitik zum Opfer, unter ihnen 79 „Pfleglinge“ aus dem damaligen St. Josefsinstitut in Mils. Im Vortrag bezog sich Historiker Mag. Dr. Oliver Seifert umfassend auf diese Verbrechen mit Blick auf die betroffenen Menschen aus der Region und dem St. Josefsinstitut. Es wurde nach der Verantwortung der handelnden Personen gefragt und der Umgang mit diesen Gräueltaten in der Nachkriegszeit thematisiert.

Der Einladung zum Vortrag war auch Mag.a Eva Pawlata, Landesrätin für Soziales, Inklusion und Frauen gefolgt. „Wenn wir den Menschen gedenken, die diesen Morden zum Opfer fielen, geht damit eine eindringliche Mahnung und ein Appell für Inklusion, für Vielfalt und Chancengleichheit einher. Diese Auseinandersetzung ist jetzt wichtiger denn je. Das zeigen die aktuellen Geschehnisse in der Welt im Hinblick auf Rassismus, Hass sowie der Vormarsch rechtsgerichteter Strömungen, die von einer Ungleichheit der Menschheit ausgehen", so die Landesrätin in ihren Grußworten. „Die Geschichte lehrt uns, wachsam zu bleiben. Ein Blick in die NS-Zeit erinnert uns daran, wie wichtig es ist, die Rechte und den Respekt für Menschen mit Behinderung zu schützen“, betont MMag.a Dr.in Barbara Flad, Generalvikarin des Ordens der Barmherzigen Schwestern Zams, die das Netzwerk St. Josef führen. Den dramatischen Ereignissen während des Nationalsozialismus ist auch in der Dauerausstellung zur Entwicklungsgeschichte „Vom St. Josefsinstitut zum Netzwerk St. Josef“ ein Raum gewidmet. In diesem Raum, der die wohl dunkelste Zeit in der Geschichte der Einrichtung auch visuell als solche verdeutlicht, steht der Moment des Erinnerns und des Innehaltens im Zentrum.

Das Jubiläums-Jahresprogramm können Sie hier einsehen.

Fotocredit: Christoph Nösig

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