Spatenstich Bauprojekt in Mils
Mit dem feierlichen Spatenstich am 10. März 2026 erfolgte in Mils der offizielle Baubeginn für den Wohnpark St. Josef. Mit dem Projekt entsteht zukunftsweisender Lebensraum, der über klassischen, modern ausgerichteten Wohnbau hinausgeht. Auf vier Baukörper verteilt werden 27 objektgeförderte Mietwohnungen sowie sechs Einheiten für inklusives Wohnen realisiert. Eigentümerin des Areals und Trägerin des benachbarten Netzwerks St. Josef ist die Gemeinnützige Privatstiftung der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul in Zams. Als Projektträgerin setzt die Stiftung in enger Zusammenarbeit mit der we – Gemeinnützige Tiroler Wohnbau GmbH ein klares Zeichen für soziale Verantwortung, Nachhaltigkeit und gelebte Teilhabe. Generaloberin Sr. MMag.a Dr.in Barbara Flad sowie Klient*innen und Vertreter*innen des Netzwerks St. Josefs und des Ordens der Barmherzigen Schwestern von Zams, der Tiroler Landesregierung, der Tiroler Wohnbau, der Gemeinde Mils, der planenden und ausführenden Unternehmen nahmen gemeinsam am symbolischen Spatenstich teil.
Dem Miteinander Raum und Zukunft geben
Mit dem Projekt entsteht ein hochwertiger, nachhaltig konzipierter Wohn- und Begegnungsraum, der Wohnen, Inklusion und Gemeinschaft selbstverständlich miteinander verbindet und dem Miteinander Raum und Zukunft gibt. „Der Wohnpark St. Josef ist Ausdruck unserer Verantwortung, eine Basis zu gestalten, die Teilhabe im Alltag selbstverständlich macht. Wir wollen Menschen mit und ohne Behinderung ein Umfeld eröffnen, in dem Vielfalt gelebt sowie Würde geachtet wird und Werte wie Solidarität, Respekt und Gemeinschaft in die Zukunft getragen werden,“ betont Generaloberin Sr. Barbara Flad.
Verantwortung und Teilhabe
Der Wohnpark St. Josef ist ein zentraler Entwicklungsschritt für das Netzwerk St. Josef in Mils, eine der größten Einrichtungen für Menschen mit Mehrfachbehinderung in Tirol, die zu den Sozialen Einrichtungen der Barmherzigen Schwestern von Zams gehört. Das Netzwerk St. Josef vereint Angebote in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Therapie und Lebensbegleitung und schafft damit die Grundlage für individuelle Lebensqualität und umfassende gesellschaftliche Teilhabe. Der bestehende Gebäudebestand am Hauptstandort in Mils kann heutigen Anforderungen an selbstständiges, inklusives und bedarfsgerechtes Wohnen nicht mehr in allen Bereichen gerecht werden. Der Wohnpark St. Josef ergänzt daher gezielt bestehende Strukturen und führt sie mit Weitblick in die Zukunft. „Der Wohnpark St. Josef ist ein starkes Beispiel dafür, wie Inklusion nicht als Sonderform, sondern als selbstverständlicher Teil des Wohnens umgesetzt werden kann. Solche Projekte schaffen echte Teilhabe mitten in unseren Gemeinden“, so Klubobfrau Elisabeth Fleischanderl, BA.
Lebensraum statt Wohnraum
Dem Projekt liegt ein klares Verständnis zugrunde: Wohnen bedeutet mehr als ein Dach über dem Kopf. Inklusion ist dabei kein Zusatz, sondern integraler Bestandteil des Konzepts. Es entstehen 27 objektgeförderte Mietwohnungen sowie sechs Einheiten für inklusives Wohnen. Menschen mit und ohne Behinderung leben künftig selbstverständlich in einer gemeinsamen Nachbarschaft – generationenübergreifend und eingebettet in ein soziales Umfeld, das Miteinander und Rückzug gleichermaßen ermöglicht. Die Vergabe der geförderten Mietwohnungen erfolgt durch die Privatstiftung der Barmherzigen Schwestern in Abstimmung mit der Gemeinde Mils und mit besonderem Augenmerk auf eine harmonische, inklusive Durchmischung in allen vier Häusern. „Das Wohnprojekt ist eine große Bereicherung für unsere Gemeinde. Es verbindet qualitätsvollen Wohnbau mit sozialer Verantwortung. Es fördert Nachbarschaft und stärkt das Miteinander in Mils nachhaltig“, bekräftigt Bürgermeisterin Mag.a (FH) Daniela Kampfl.
Architektur, Verbindung und Rückzug
Für die Planung zeichnet Architekt DI Harald Kröpfl aus Landeck verantwortlich, die Bauausführung übernimmt die PORR Bau GmbH. Die Wohnanlage gliedert sich in vier Baukörper, von denen jeweils zwei miteinander verbunden sind. Alle Gebäude sind auf einer gemeinsamen Tiefgarage angeordnet und über die Schneeburgstraße erschlossen. Die Häuser erhalten ein Flachdach mit Photovoltaikanlage, eines zudem eine Teilterrasse. In den sechs Inklusionswohnungen werden jeweils sechs Klient*innen mit fachlicher Begleitung leben. Dieses bewusste Verweben unterschiedlicher Lebenswege ist Ausdruck einer deutlichen Haltung: Teilhabe entsteht dort, wo Vielfalt selbstverständlich Raum findet. DI Walter Soier, Geschäftsführer der Tiroler Wohnbau, dazu: „Bei der Entwicklung dieses Projekts ist es uns mit der Bauherrin, den Barmherzigen Schwestern, gelungen, soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte gemeinsam zu berücksichtigen. Vier Baukörper im Niedrigenergiestandard der Tiroler Wohnbauförderung, konsequent barrierefrei gedacht und mit attraktiven Außenanlagen – inklusive neu gestaltetem Bachgerinne und großzügiger, nachhaltiger Bepflanzung.“
Verantwortung für Mensch und Umwelt
Der Wohnpark St. Josef ist auch ein Bekenntnis zu nachhaltiger Entwicklung. Die zentrale Lage, kurze Wege, ressourcenschonende Bauweise und die Einbindung in die bestehende Infrastruktur stehen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Umwelt und Zukunft. Der Außenbereich wird als barrierefreie Begegnungslandschaft gestaltet. Gemeinschaftlich nutzbare Plätze, Spielflächen, inklusionsfähige Spielgeräte, ein neu gefasstes Bächlein, eine Streuobstwiese sowie Fledermausnistkästen schaffen wertvolle Erfahrungsräume für Bewegung, Spiel, Verbindung und auch Rückzug sowie Naturerleben. Bestehende Tier- und Pflanzenarten werden behutsam erhalten und gefördert.
Ein Meilenstein für das Netzwerk St. Josef
Mit dem Wohnpark St. Josef wird ein wesentlicher Schritt im seit 2016 laufenden Dislozierungsprozess des Netzwerks St. Josef abgeschlossen. Klient*innen aus dem bisherigen, älteren Gebäudetrakt übersiedeln in moderne, eigenständige Wohneinheiten, organisiert in kleinen Gruppen. Bereits die bisher realisierten Wohnprojekte in Mils, Hall, Schwaz, Mieders, Neustift, Baumkirchen und Wattens haben gezeigt, wie erfolgreich diese Wohnformen sind: Sie fördern Selbstständigkeit, Privatsphäre und individuelle Lebensgestaltung sowie die direkte Anbindung an soziale, kulturelle und gemeinschaftliche Aktivitäten. Die Fertigstellung des Wohnparks ist für Mitte 2027 vorgesehen. Die Baukosten gesamt betragen ca. 10,9 Mio. Euro netto, Wohnbauförderungsmittel gesamt belaufen sich auf ca. 5,7 Mio. Euro. Ein Vorzeigeprojekt, wie auch Landesrätin MMag.a Dr.in Cornelia Hagele hervorhebt: „Mit dem Wohnpark St. Josef entsteht ein beispielhaftes Modell, das zeigt, wie moderner Wohnbau gesellschaftliche Verantwortung übernimmt und langfristige Lebensqualität schafft.“
Gemeinsam wertvoll gestalten
Die Realisierung des Wohnparks ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen der Tiroler Wohnbau, der Gemeinde Mils und den Barmherzigen Schwestern von Zams. Der Orden setzt das Projekt nicht als klassischer Wohnbauträger um, sondern aus der Perspektive von Verantwortungsträgerinnen mit über 200-jähriger Erfahrung im Aufbau gesellschaftlich relevanter Infrastruktur. Der Wohnpark St. Josef gründet sowohl architektonisch als auch in seiner Haltung auf diesem gewachsenen sozialen und wertebetonten Fundament.
Mehr Infos unter: www.wohnpark-st-josef.at
Presseaussendung Agentur Polak
Foto: Christoph Nösig Photography